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Die „Hemersley Range“-Region in West-Australien präsentiert grosszügig ausbeissende Eisen-Formationen, dessen Bänderungen z.T. hochgradig mit Eisen-Oxiden vererzt sind und oftmals tektonisch stark beansprucht wurden (v.a. Faltungen, Überschiebungen)

 

Eisenerz-Lagerstätten 

Der Grossteil der Eisenerze beinhalten Eisen-Oxide, wobei auch geringe Mengen verhüttet werden, in denen das Eisen mit Schwefel (v.a. Pyrit) oder anderen Elementen verbunden ist. Die wichtigsten Eisen-Erzminerale sind Magnetit (bis zu 73% Eisen), Hämatit (bis zu 70%) und Siderit (bis zu 50%). 

Die 3 grössten Förderländer für Eisenerze sind Brasilien, Australien and China (jeweils >100 Mio. t p.A.), gefolgt von Russland, Indien, Ukraine, USA, Süd-Afrika, Kanada, Schweden, Venezuela, Kasachstan, Mexiko und Mauretanien (jeweils >10 Mio. t p.A.). Die grösste Eisenerz-Lagerstätte der Welt befindet sich im Amazonas (Serra dos Carajás, Brasilien), die geschätzte 17 Mrd. t Reserven an Bänder-Eisenerze aus einem Tagebau fördert. Bänder-Erze bzw. gebänderte Eisen-Formationen („BIFs“; „Banded Iron Formations“) bilden Schichten mit Mächtigkeiten von 50-600 m und sind mittlerweile die bedeutendsten Eisenerze der Welt. Diese metamorph überprägten Lagerstätten entstanden ursprünglich durch submarinem Vulkanismus (submarin sedimentär-exhalativ) – unter chemischer und/oder biogen-mariner Beteiligung, womit BIFs sedimentäre Gesteine darstellen, die zu einer Zeit gebildet wurden, als der Sauerstoff-Anteil der Atmosphäre und der Ozeane relativ niedrig war. 

Durch die Sauerstoff-Produktion der damals existierenden (photosynthetisierenden) Cyanobakterien wurde das im Meerwasser gelöste Eisen oxidiert, womit die Minerale Hämatit und Magnetit entstanden und sich alsdann zu Sedimenten ablagerten (da schwerlöslich). Das Eisen selber stammt ursprünglich wohl aus submarinem Vulkanismus, das durch Exhalationen an Tiefseegräben dem Meerwasser zugeführt wurde. Zu Bänder-Erzen kommt es, wenn der Stoffwechsel der Bakterien unter ungünstigen Rahmenbedingungen (wie v.a. kälteres Klima, weniger Nahrung) abnimmt, woraufhin sich vorwiegend Silikate wie Ton oder Kieselsäure (in verfestigter Form als Feuerstein, Chalcedon/Jaspis) ablagern und alsdann hellgrau erscheinen. Die Wechsellagerung führt alsdann zu einer rot- bis dunkelgrau-hellgrauen-Bänderung. 

Es wird angenommen, dass die Oxidation von Fe2 in den Weltmeeren (durch bakteriell gebildeten Sauerstoff) für lange Zeit verhindert hat, dass der Sauerstoff-Gehalt der Atmosphäre ansteigen konnte – erst als das gelöste Eisen in den Ozeanen oxidiert und ausgefällt war, erreichte dieser (bakteriell gebildeter) Sauerstoff die Atmosphäre. 

Bänderung:
Rote Schichten: wenn viel Sauerstoff gebildet wurde = starke Eisen-Ausfällung
Graue Schichten: wenn wenig Sauerstoff (durch wenig Bakterien) gebildet wurde = kaum oder keine Eisen-Ausfällung
 

 

Die weltweiten Reserven der Bänder-Erze wird auf 150 Mrd. t geschätzt. Die wichtigsten Vorräte liegen in: Serra dos Carrajas, Amazonia (BIF) & Itabira, Minas Gerais (BIF, Itabirit) in Brasilien; Hamersley Basin & Koolanooka, Koolyanobbing, West-Australien (BIF); Lake Superior & Mesabi Range, Michigan & Minnesota, USA (BIF, Takonit); Krivoj Rog, Ukraine (BIF, Jaspilit; ca. 2 Mrd. Jahre alt); Isua, West-Grönland (BIF, Itabirit; mit ca. 3,7 Mrd. Jahren die älteste Eisen-Lagerstätte weltweit); Goa, Orissa & Biar, Keonjihar, Indien (BIF, Itabirit, Jaspilit); Transvaal, Süd-Afrika (BIF, Jaspilit). Geographisch gesehen gibt es grosse Unterschiede in den Arten von Eisenerzen, wie v.a. deren Alter, Mineralisierungs-Gehalte und Entstehung. 

Wie in der Tabelle ersichtlich, werden Eisen-Formationen zur metamorphen Gruppe gezählt, jedoch betonen v.a. westliche Geologen ihre sedimentäre Zugehörigkeit. 

 

1. Eisen-Formation

James definierte 1954 eine Eisen-Formation („IF“; „Iron Formation“) als ein chemisch-sedimentäres Gestein, das typischerweise feingeschichtet und/oder feinlaminiert vorkommt, >15% sedimentäres Eisen besitzt und gewöhnlich (jedoch nicht zwingendermaßen) Feuerstein-Schichten beinhaltet. 

Gefalteter Ausbiss einer gebänderten Eisen-Formation (BIF) aus der Nähe der
Stadt Taconite in Minnesota, USA (Quelle: www.oedg.niu.edu)


James definierte 1954 eine Eisen-Formation („IF“; „Iron Formation“) als ein chemisch-sedimentäres Gestein, das typischerweise feingeschichtet und/oder feinlaminiert vorkommt, >15% sedimentäres Eisen besitzt und gewöhnlich (jedoch nicht zwingendermaßen) Feuerstein-Schichten beinhaltet. 

Phanerozoische eisenreiche Sedimente schloss James aus dieser Definition aus und gab ihnen den Namen Eisenstein („ironstone“), um sie von Eisen-Formations-Gesteine zu unterscheiden. Synonyme, die heute noch für Eisen-Formationen verwendet werden sind v.a. Bänder-Hämatit-Quarzit („banded haematite quartzite“), quarzgebändertes Erz („quartz banded ore“) und Bänder-Eisenstein („banded ironstone“). 

Trendall schlug 1983 eine Änderung der Nomenklatur und Definiton von James vor, indem er den Begriff Eisen-Formation als generelle lithologische und stratigraphische Bezeichnung für eisenreiche Sediment-Gesteine verwendet sehen wollte und dass die 15% Eisen-Gehaltsgrenze mit „anomal hohem Eisen-Gehalt“ ausgetauscht werden sollte. Ferner beinhaltet Trendalls Definition auch die eisenreiche Sedimente aus dem Phanerozoikum. 

Wenngleich nun die Definition von James oder Trendall verwendet wird, so bleibt die Bezeichnung BIF (gebänderte Eisen-Formation) für derartige eisenreiche Sedimente reserviert, die durch reguläre Bänderung charakterisiert sind. 

Mehrere Klassifizierungsversuche wurden unternommen, um Eisen-Formationsgesteine zu gliedern. Gross unterteilte 1965 Eisen-Formationen nach den 2 Hauptgruppen SUPERIOR und ALGOMA, wobei erstgenannte nahe Küsten im Kontinentalschelf-Bereich abgelagert wurden (in Verbindung mit Dolomit, Quarzit und schwarzem Schiefer), währendhingegen der Typ Algoma mit Vulkanit-Gesteinen in Beziehung gesetzt wurde. Seine Klassifizikation scheint für Nord-Amerika legitim zu sein, jedoch nicht für die grossen Eisen-Formations-Lagerstätten im Hamersley Basin/Becken (West-Australien) oder Transvaal Basin (Süd-Afrika). 

Trotz seiner begrenzten Legitimation wird die Unterscheidung zwischen Superior und Algoma noch immer rege verwendet. 

ALGOMA:

  • linsenförmig
  • oft in Verbindung mit Vulkaniten und Grauwacken (z.B. Australien & Kanada) 

SUPERIOR:

  • grossflächige Ausdehnung
  • entstanden nahe Kontinentalschelfs
  • keine Beziehung zu Vulkanismus

 

2. Itabirit 

Der Begriff entstammt ursprünglich der Bezeichnung für Anreicherungserze aus dem Itabira-Distrikt in Brasilien. Oftmals wird der Begriff ITABIRIT mit dem Gesteins-Erz TAKONIT gleichgesetzt, jedoch sollte korrekterweise differenziert werden. 

Ein etwa 3 Mrd. Jahre altes Itabirit-Gesteinsexemplar aus der Swaziland-Formation, Transvaal, Süd-Afrika (Quelle: Muséum National d‘Histoire Naturelle; www.mnhn.fr) 

 

Ein Itabirit kann als laminierter, metamorphosierter Oxid-Typ gebändeter Eisen-Formationen (BIF) definiert werden, in welchem der ursprünglich vorhandene Feuerstein (oder Jaspis-Bänderungen) in makroskopisch erkennbare Quarz-Körner rekristallisiert wurde (dank Metamorphose) und in welchen die Eisen-Oxide in Form dünner Schichten aus Hämatit, Magnetit und Martit vorkommen. 

Die brasilianischen Itabirit-Lagerstätten haben typischerweise eine Grösse von 1-4 Mrd. t mit durchschnittlich 37-52% Fe (generell 33-41% Fe), wobei es die Mineralisation ist, die es erlaubt, hochgradiges und qualitativ hochwertiges (wenig Phosphor, Aluminium und Feuerstein/Kieselsäure) Eisen-Konzentrat oder -Pellets für Stahl-Schmelzereien zu produzieren, die sog. DR- („Direct Reduction“) Erze bevorzugen, oder mit niedriggradigen Erzen vermischen („blending“) wollen (v.a. mit Phosphor und Aluminium verunreinigte DSO-Erze).

Die Ponto Verde Itabirit-Mine inmitten der süd-brasilianischen „Iron Ore Quadrilateral“, ca. 55 km von Belo Herizonte (Minas Gerais) entfernt; Quelle: www.safml.com)


3. Takonit

Dies ist ein (eisenhaltiges) feuersteinartiges Sediment-Gestein aus dem Präkambrium, das aufgrund des charakteristischen Wechsels von eisenhaltigen Schichtpaketen und Schichten aus Ton-Schiefer oder Feuerstein zu den Bänder-Erzen gezählt wird und nach den Taconic Mountains in den USA benannt wurde; siehe Foto hierunter: gebrochener Takonit mit typisch hell- und dunkelgrauer Bänderung aus der Hibbing Taconite Mine/Tagebau nahe der Stadt Taconite in Minnesota, USA; Quelle: www.oedg.niu.edu


Das fein verteilte Eisen kommt innerhalb Magnetit vor und hat typischerweise einen Eisen-Gehalt von 25-30% (mind. 16%). Die grössten Lagerstätten befinden sich in der Mesabi Range Gegend in Minnesota (USA). Bis Anfang des 20. Jahrhunderts existierten weltweit (und v.a. in den USA) derartig hochgradige Eisenerze, dass Takonit-Erze als Abfallprodukt klassifiziert wurden. Bis kurz nach dem 2. Weltkrieg war allerdings v.a. in den USA ein Grossteil der hochgradigen Erze abgebaut und erschöpft, sodass Takonit als „neue“ Eisen-Quelle zum Einsatz kam.
 

Zur Gewinnung wird das Takonit-Erz zu feinem Pulver zermahlt und das Eisen anschliessend mittels starken Magneten vom tauben Gestein entzogen. Das so gewonnene (pulverige) Eisen-Konzentrat wird alsdann mit Bentonit und Kalk als Flussmittel zu Pellets mit einem Durchmesser von ca. 1 cm gepresst und enthalten schliesslich etwa 65% Eisen; siehe Foto hierunter aus Upper Peninsula, Michigan, USA; Quelle: PhotoYoop). Daraufhin werden die Pellets stark erhitzt, um das vorhandene Magnetit (Fe3O4) zu Hämatit (Fe2O3) zu oxidieren. In der als Iron Range bezeichneten Region in Minnesota tretet die Lungenkrankheit Asbestose bzw. Pleuramesotheliomen doppelt so häufig wie im nationalen Durchschnitt auf, woraufhin nachgewiesen wurde, dass die „wahrscheinliche Ursache“ von 14 der 17 untersuchten Takonit-Bergleuten, die erkrankten, der Kontakt mit Asbest war, das bei der Takonit-Verarbeitung anfällt. 

Bereits zu Pellets verarbeiteter Takonit (Quelle: Harvey Henkelmann)

 

Vorkommen & Alter

Eisen-Formationen werden grösstenteils mit präkambrischen Schild-Regionen in Verbindung gesetzt und sowohl die Kratone der nördlichen als auch südlichen Hemisphäre beheimaten signifikante Lagerstätten. 

Das Schaubild zeigt die Intensität unterschiedlicher Bildungsperioden – es fällt auf, dass die bedeutendste Bildungszeit Anfang Proterozoikum (vor 1,9-2,5 Mrd. Jahren) stattfand (die weltweit grössten Lagerstätten stammen aus dieser Zeit, inkl. Lake Superior Region, USA; Labrador Trough, Kanada; Krivoi Rog Distrikt, Russland; Transvaal Griquatown Region, Süd-Afrika; Minas Gerais, Brasilien; Hamersley Region, West-Australien). 

Die Ursachen für die intensive Bildung von Eisen-Formations-Lagerstätten Anfang des Proterozoikums liegen in einer Kombination von geologisch-strukturellen, geochemischen und biologischen Faktoren. Der Beginn des Proterozoikums läutete ein Wechsel der geologisch-strukturellen Rahmenbedingungen (von der Orogenese und Kratonisierung zu einer Periode der strukturellen Stabilität, welche durch die Entwicklung intrakontinentaler Mulden und Becken charakterisiert war), was die Bildung von grossen Lagerstätten in bestimmten Regionen förderte. Die maßgeblichen biologischen Faktoren hingen vornehmlich mit der Entwicklung von primitiven Organismen zusammen, die dank Photosynthese den nötigen Sauerstoff produzierten. 

 

Grösse & Mineralisation

Ein Eisen-Formations-Gestein ist im Grunde genommen ein eisenreiches Sediment-Gestein, das sich gewöhnlich über eine grosse Fläche ausbreitet, so dass die Eisen-Ressourcen sehr gross sein können. 

Ursprünglich soll das Eisen-Formations-Sediment innerhalb bestimmter präkambrischen Sediment-Becken einen Eisen-Gehalt von etwa 30% Eisen und 45% SiO2 gehabt haben. James kalkulierte, dass die Tonnage des Eisen-Formations-Sediments zwischen 1 Mrd. (109) und 100 Billionen (1.014) t schwanken kann (erstgenannte Tonnage z.B. Swaziland Lagerstätten; letztgenannte in Klammern z.B. für die grösseren Sediment-Becken wie Krivoi Rog, Russland oder Hamersley, West-Australien; wobei die genannten Zahlen lediglich eine Vorstellung der Grösse des abgelagerten Sediments geben sollen und nicht bedeuten, dass sie in diesem Umfang auch wirtschaftlich ausgebeutet werden können). 

Im Hamersley Becken befinden sich wirtschaftlich signifikante Mengen sog. ANREICHERUNGSERZE aus gebänderten Eisen-Formationen (BIFs). Bei einem Cut-Off-Gehalt von 55% Eisen betrugen die Reserven Ende des letzten Jahrhunderts >3 Mrd. t abbauwürdiges Erzgestein. Im Lake Superior Distrikt (USA) stammt der Grossteil des gehobenen Eisens aus dem Erz-Gestein Takonit, welches noch angereichert werden muss, um von wirtschaftlichem Wert zu sein. Ende letzten Jahrunderts wurden die Reserven des Lake Superior Distrikts auf 1,6 Mrd. t geschätzt. 

 

Mineralogie & Petrographie

Die wirtschaftlich signifikanten Minerale in Eisen-Formations-Erzen sind Magnetit, Hämatit und Siderit. 

Im Lake Superior Distrikt (USA) können die Eisen-Silikate Stilpnomelan und Minnesotait lokal von Bedeutung sein, während im Wawa Distrikt (Kanada) pyrithaltige Schiefer direkt mit Siderit-Erzminerale in Verbindung gebracht werden. 

Durchschnittlich enthält eine Eisen-Formation 20-40% Eisen. 

Die Bezeichnung Bänder-Eisen-Formation oder gebänderte Eisen-Formation (BIF) wird verwendet, wenn die eisenreichen und feuersteinreichen Materialien geschichtet vorkommen. 

Im Krivoi Rog Becken (Russland) und im Hamersley Becken (West-Australien) ist eine derartige Bänderung weitverbreitet, während sie in anderen Sedimentations-Becken kaum bis gar nicht vorkommen. Die Mächtigkeiten der Bänderungen bzw. Wechsellagerungen können ein paar wenige mm bis mehrere cm betragen. 

 

 

 

 

Tektonische Rahmenbedingungen

Präkambrische Eisen-Formationen können sowohl ein archaisches als auch proterozoisches Alter besitzen, so dass diese beiden Perioden separat angerissen werden: 

1. ARCHAIKUM: 

James unterschied zwischen Lagerstätten aus dem Mittleren Archaikum (vor 3-3,5 Mrd Jahren; v.a. am Guyana Schild von Süd-Amerika und Liberia Schild von Afrika) und dem Späten Archaikum (vor 2,6-2,9 Mrd. Jahren; z.T. Kratone, wie z.B. Yilgarn Block in Australien, jedoch engere Beziehung zu Vulkanismusnähe von Greenstone Belts). Die archaischen Eisen-Formations-Lagerstätten vom Kanadischen Schild bildeten sich in relativ kleinen Sedimentations-Becken. 

2. PROTEROZOIKUM: 

Der Beginn des Proterozoikums markiert die Hauptablagerungsperiode von Eisen-Formations-Lagerstätten, die mit passiven Kontinentalgrenzen einhergehen. 

Eine ausbeissende BIF-Lagerstätte in der „Hemersley Range“-Region in West-Australien. Die Jack Hills Lagerstätte im zentralen West-Australien befindet sich südlich vom Murchison Fluss (etwa 800 km nördlich von Perth) und ist eine kleine Eisenerz-Mine, die jährlich etwa 3 Mio. t hochgradiges Hämatit-Eisenerz aus BIF-Lagern fördert und zudem signifikante Vorkommen an Magnetit besitzt. Die Jack Hills Berge sind bekannt dafür, das älteste (terrestrische) Material der Welt zu beheimaten, das bisher entdeckt wurde: Zirkon, das 4,4 Mrd. Jahre alt ist, und dabei half, bahnbrechende und wegweisende Fakten über die Entstehung und das Alter der Erde zu liefern. Die Jack Hills befinden sich auf dem „Narryer Gneiss Terrane“ des „Yilgarn“-Kratons und bedecken einen etwa 80 km lange Gebirgsgürtel aus gefalteten und metamorph-überprägten (Suprakrustal-) Gesteinen. Das Gestein des „Narryer Gneiss Terrane“ hat unterschiedliches Alter, jedoch generell älter als 3,6 Mrd. Jahre. Das älteste Zirkon-Exemplar wurde am Eranondoo Hill gefunden. 

 

 

Der Eisenerz-Markt 

Eisenerz ist nach Öl der grösste Rohstoff-Markt (gemäss Natural Resources Canada). In einem Bloomberg-Artikel („Vale Says Iron Ore Stabilized After Hitting ‘Rock Bottom’“; 8. November) wurde berichtet, dass der weltweit grösste Eisenerz-Produzent Vale S.A. (Companhia Vale Do Rio Doce) aus Brasilien davon ausgeht, dass sich der Eisenerz-Preis stabilisiert hat und sich nach den „absoluten Tiefpreisen“ („rock bottom levels“) von 2011 wieder erholen werden. 

Paulo de Freitas Nogueira (ein „Sales-Planning Manager“ von Vale) argumentiert, dass die Nachfrage von China, Indien und Süd-Amerika weiterhin stark bleibt, wobei die Eisenerz-Produktion von diesen Ländern niedriger als erwartet ausfällt, so dass er über die nächsten Jahre einen Anstieg der Nachfrage erwartet. Während der „Americas Iron Ore Conference“ in Rio de Janeiro stellte Herr Nogueira klar, dass sich die „Investitionskosten“ während den letzten 5 Jahren mehr als verdoppelt haben, so dass viele Eisenerz-Minen gezwungen waren, zu schliessen – v.a. auch aufgrund dem starken Eisenerz-Preisverfall vor kurzem. 

Vale fördert jährlich rund 300 Mio. t Eisenerz. Der Stahl-Gigant ArcelorMittal gab Anfang November indes bekannt, im 3. Quartal 2011 insgesamt 14,1 Mio. t Eisenerz gefördert zu haben – ein Anstieg um 8,4% im Vergleich zum Vorjahr. 


Der Eisenerz-Preis (für Spot-Lieferungen) konnte seit dem 2-Jahrestief (28.10.11) um 8% auf $126/t (08.11.11) ansteigen, während die Aktien von Vale seit Jahresbeginn mit 12% im Minus stehen. Zwischen 2009-2011 stieg der Eisenerz-Preis mehr als Gold und Öl. Obwohl die weltweite Stahl-Produktion von 2007-2010 stark gefallen ist, verdreifachte sich der Preis für Eisenerze in der gleichen Zeit. Da die Stahl-Industrie etwa 98% der gesamten verfügbaren Eisenerze nachfragt, müsste der Eisenerz-Preis entsprechend reagiert haben, wenngleich eine entsprechende Korrektur vor kurzem begonnen hat – oder jüngst abgeschlossen wurde. China produziert nicht nur das meiste Stahl weltweit, sondern fragt auch das meiste weltweit verfügbare Eisenerz nach, wobei 2007-2008 kein Wachstum verzeichnet wurde, da die globale Produktion fiel. Dennoch verdoppelte sich der Eisenerz-Preis in 2007-2008.
 

Die Aktienkurse von Öl-, Gold- und Eisenerz-Unternehmen stiegen ebenfalls stark an – jedoch nicht bei den Stahl-Unternehmen bzw. den Endverbrauchern. Die Aktienkurse von z.B. ArcelorMittal, Nucor oder US Steel befinden sich noch immer unter deren 2009-Niveaus. 

Seit Januar 2009 hat sich der Eisenerz-Preis mehr als verdoppelt, während die Stahl-Preise nur um rund 50% anstiegen. Die Struktur des Spot- und Contract-Marktes für Eisenerze fördert die Bildung von Blasen, da die Preise auf Monatsbasis festgelegt werden und im Grunde genommen 3 Unternehmen praktisch jeden Aspekt des Marktes dominieren: Vale aus Brasilien, sowie Rio Tinto und BHP Billiton aus Australien. Der Haupt-Kunde ist China. 

China soll gemäss einem Artikel in der Financial Times (17. Juli 2011) seine Stahl-Produktion kontinuierlich um rund 40 Mio. t pro Jahr zu wenig ausweisen (diese Menge entspricht in etwa der jährlichen Stahl-Produktion von Deutschland). Letztes Jahr gab China an, 627 Mio. t Stahl hergestellt zu haben, wobei die britische Stahl-Beratungsfirma Meps die Menge mit 672 Mio. t kalkuliert. 

Der australische Minen-Milliardär Andrew Forrest sagte Mitte 2011, dass das Angebot an Eisenerz die Nachfrage kurz- bis mittelfristig übersteigen wird, womit eine Preiskorrektur einhergehen solle. Er gab an, dass hunderte Milliarden an Dollar in die Expansion der australischen Eisenerz-Ressourcen investiert werden. Die jährliche australische Eisenerz-Förderung könnte in den kommenden Jahren die 1 Mrd. t Marke übersteigen (aktuell ca. 350 Mio. t/Jahr). Gemäss einem Bericht der Citigroup haben die australischen Eisenerz-Exporte einen Anteil von etwa 42% an der weltweiten Produktion. 

Akio Mimura (Chairman von Japans grösstem Stahl-Hersteller Nippon Steel) lamentierte vor kurzem, dass die Stahl-Industrie aufgrund den steigenden Rohstoff-Preisen „verkrüppelt“ wurde („is crippled“) bzw. stark angeschlagen dasteht. Er betonte, dass die Eisenerz-Nachfrage schneller als das Wirtschaftswachstum von Schwellenländer ansteigt. Mimura gab preis, dass die Eisenerz-Preise, die Nippon bezahlte, um den Faktor 10 und die Preise für verkokbare Kohle („coking coal“) um den Faktor 8 angestiegen sind – während die Eisenerz-Gehalte gesunken sind. 

„Das grösste Problem, das vor uns liegt ist, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Marktteilnehmern auf der Angebotsseite gibt, und dass es aufgrund weiterer Konsolidierungen bald noch weniger Teilnehmer geben könnte.“
Akio Mimura (Chairman von Nippon Steel) 

Eine Studie des „United Nations Committee on Trade & Development“ (UNCTAD) sagt voraus, dass es einen starken Anstieg des weltweiten Eisenerz-Angebots ab 2012 geben wird, woraufhin der Preis nachgeben dürfte. Die Studie geht jedoch nicht von einem starken Preis-“Kollaps“ aus, sondern sieht eher das Preisniveau von 2008 als wahrscheinlich. Laut UNCTAD kamen 2009 knapp 75 Mio. t an Eisenerz aus neuen Minen-Kapazitäten in den Markt – zwischen 2010-2012 sollen 685 Mio. t an neuen Förder-Kapazitäten in den Markt fliessen – dies ist mehr als die weltweit 2. und 3. Grössten Produzenten (Australien und Indien) aktuell fördern. 

Der weltweit grösste Eisenerz-Exporteur (Australien) plant, seine jährlichen Auslieferungen um 40% auf 552 Mio. t über die nächsten 5 Jahre zu steigern, wobei der Grossteil dieser Menge aus der Inbetriebnahme von neuen Minen kommen soll (v.a. im zentralen West-Australien südlich von den traditionellen Eisenerz-Reserven von „Pilbara“, die vorwiegend von BHP und Rio Tinto kontrolliert werden). Mehr als 20 neue Minen stehen in Planung oder befinden sich bereits in der Entwicklung. In Brasilien wird ebenfalls kräftig in neue Minen-Projekte investiert (z.B. die Caraja Serra Sul Mine von Vale, von der erwartet wird, ab 2012 rund 90 Mio. t Eisenerz pro Jahr zu produzieren, womit diese dann zur 2. grössten Eisenerz-Mine der Welt wird; Vale betreibt bereits die grösste Eisenerz-Mine, die den Namen Caraja trägt). 

In China und West-Afrika gibt es ebenfalls Projekte, die entweder bereits gen Mine entwickelt werden oder in Planung stehen, wie z.B. in Kamerun, Mauretanien, Kongo, Sierra Leone (v.a. die Tonkolili-Lagerstätte und die Marampa-Mine), Guinea (v.a. Simandou-Projekt). Einige dieser Lagerstätten haben niedrigere Mineralisationsgehalte als Pilbara oder Carajas, wobei China diese dennoch finanziert und eine Eisenerz-Nachfrage garantiert. Weitere Projekte in Russland, Schweden, Grönland, Mongolia und auch China werden die Angebotsseite zweifelsfrei erhöhen, jedoch werden asiatische Stahl-Schmelzereien dort direkt beteiligt sein, womit sie Zugang zu stabilen Eisenerz-Preisen erlangt haben und die Abhängigkeit von Vale, Rio Tinto und BHP (bzw. dem Spot-Markt, der von diesen Firmen maßgeblich dominiert wird) reduziert wurde. 

Jonathan Yates von Smallcapnetwork.com prognostizierte am 3. August in einem Artikel („Iron Ore Bubble Popping will Benefit Steel Companies – Chinese Steel Stocks will gain from lower costs when Iron Ore bubble bursts“), dass eine Korrektur beim Eisenerz-Preis bevorsteht und dass v.a. chinesische Stahl-Aktie wie China Gerui Advanced Metals (NASDAQ: CHOP), General Steel Holdings (NYSE: GSI ), OSSN Innovation (NASDAQ: OSSN) oder Sutor Technology Group (NASDAQ: SUTR) – neben Standardwerten wie ArcelorMittal (NYSE: MT) – von diesem Preisverfall profitieren werden (da geringere Einkaufspreise). Er erwähnt Experten, die einen Preisverfall von 50% und mehr erwarten. 

Eisenerz-Lagerstätten können auf jedem Kontinent gefunden werden, wobei laut dem U.S. Geological Survey die grössten (nachgewiesenen) Reserven in Brasilien (18%) und Australien (17%) liegen, gefolgt von Russland und Ukraine (je 10%), sowie China (8%) und Indien (5%). In Schweden, USA und Kanada liegen „lediglich“ jeweils 2-3% der weltweit ausgewiesenen Reserven. 

Wenngleich Kanada nur 2% der weltweiten Eisenerz-Reserven beheimatet, liegen dort noch immer 1,7 Mrd. t im Boden und enthalten 1,1 Mrd. t Eisen (12. grösstes Eisenvorkommen weltweit). Der kanadische Eisenerz-Markt reagiert empfindlich auf Entwicklungen bzw. dem Wettbewerb von USEisenerz-Minen, sowie im Allgemeinen von Ländern, die ebenfalls die europäischen Märkte beliefern. Kanada ist mit einer jährlichen Förderung (2010) von rund 35 Mio. t (entspricht ca. 2% der Welt-Förderung) der weltweit 9. grösste Eisenerz-Produzent. 

Laut den Daten von Natural Resources Canada exportierte Kanada 2009 etwa 31 Mio. t Eisenerz (63% Pellets, 37% Konzentrat), welche Menge einen Gegenwert von US$3,4 Mrd. hatte. Gegenüber 2008 konnte ein Export-Wachstum von 11% (3,1 Mio. t) verbucht werden, wobei der Pellets-Export 2009 um 5% (1,1 Mio. t) auf knapp 20 Mio. t sank und der Konzentrat-Export um 55% (4,1 Mio. t) auf knapp 12 Mio. t anstieg. Die grössten Abnehmer für die kanadischen Eisenerz-Pellets waren mit einem Anteil von 22% China, USA (15%), Deutschland (12%), Frankreich (7,3%), Singapur (7%). Konzentrate wurden geliefert nach China (28%), Deutschland (23%) und Frankreich (18%). Die grössten Eisenerz-Pellets-Konkurrenten für Kanada sind die USA und Venezuela, während es für Konzentrate die Länder Australien und Brasilien sind. Gemäss dem U.S. Geological Survey belaufen sich die weltweiten Eisenerz-Ressource auf über 800 Mrd. t (enthalten mehr als 230 Mrd. t Eisen). 

2010 wurden weltweit etwa 2,4 Mrd. t Eisenerz gefördert, wobei China sowohl das meiste Eisenerz abbaute (ca. 0,9 Mrd. t bzw. 38% der Welt-Förderung) als auch konsumierte. Während den letzten Jahren wuchs der Eisenerz-Markt jährlich um mehr als 20% im Vergleich zum Rest der Welt (7% p.A.) – aufgrund der aufblühenden Stahl-Industrie und der schnellen Industrialisierung in China. Gemäss der World Steel Association wird die Stahl-Nachfrage stark von der schnellen Urbanisierung von Schwellenländern (wie v.a. China, Indien, Brasilien und Russland) beeinflusst. 2011 soll die Welt-Nachfrage um mehr als 5% wachsen. 

 

 

Wenngleich China der grösste Stahl-Hersteller der Welt ist und mit einem Anteil von 8% (7 Mrd. t) an den weltweiten Eisenerz-Reserven „nur“ etwa die Hälfte der Reserven von Australien oder Brasilien beheimatet, so ist China noch immer der grösste Eisenerz-Importeur der Welt. 

Gemäss dem U.S. Geological Survey förderte China 2009 etwa 0,9 Mrd. t Eisenerz – und importierte laut Zahlen von AngloAmerican 0,6 Mrd. t, um die nationale Stahl-Nachfrage befriedigen zu können. 

Zwischen 2001-2010 hat die weltweite Stahl-Produktion um mehr als 66% zugenommen, wobei dieser starke Anstieg auf den Stahl-Bedarf für die Industrialisierung von Asien (v.a. China und Indien) zurückzuführen ist. China hat seine Stahl-Produktion in den letzten 10Jahren um 315% ausgeweitet (Indien um 145%). 

Die World Steel Association erwartet, dass die weltweite Stahl-Nachfrage 2011 um 5% auf 1,36 Mrd. t ansteigt und 2012 um 6% wächst –und mit 1,44 Mrd. t einen neuen Rekord aufstellt. Gemäss dem America Iron & Steel Institute wird von der US-Stahl-Produktion erwartet, ein Wachstum von 14% im Jahr 2011 auszuweisen. Daraus resultiert, dass viele US-Stahl-Hersteller auf der Suche nach langfristigen Eisenerz-Lieferungen zu berechenbaren Preisen sind, was wohl auch der ausschlaggebende Punkt während den jüngsten M&A-Aktivitäten („Merger- & Acquisitions“; Fusionen & Übernahmen) war, wie v.a. Tata Steel Ltd., ArcelorMittal SA, Essar Steel Ltd. oder Cliffs Natural Resources Inc. 

Der 2. grösste Eisenerz-Importeur ist die EU (154 Mio. t), gefolgt von Japan (140 Mio. t) und Süd-Korea (50 Mio. t).

 

 

 

Allein die 3 börsengelisteten Unternehmen Vale (12%), Rio Tinto (7%) und BHP Billiton (5%) fördern zusammen 24% des weltweiten Eisenerzes, womit sie eine dominierende Marktstellung geniessen (siehe hierzu Grafik links). 

Der Eisenerz-Markt wird hauptsächlich vom sog. „Seaborne“-Markt beeinflusst, über welchen das Eisenerz über den Seeweg zu Stahl-Schmelzereien weltweit transportiert wird. 2009 wurden 42% (knapp 1 Mrd. t) der weltweiten Eisenerz-Förderung über den Seeweg verschifft. Der „Seaborne“-/Export-Markt wird von Australien (384 Mio. t) und Brasilien (266 Mio. t) dominiert, da beide einen Anteil von 68% an den Gesamt-Exporten hatten (2009); gefolgt von Indien (119 Mio. t) und Süd-Afrika (44 Mio. t). Laut den Berechnungen von AME Mineral Economics sollten Vale, Rio Tinto und BHP zusammen knapp 600 Mio. t Eisenerz im Jahr 2010 gefärdert haben, was einem Anteil am „Seaborne“-Markt i.H.v. 63% entspricht. 

Somit können diese 3 Firmen den „Seaborne“-Eisenerz-Preis diktieren – via „Verhandlungen“ mit den grössten Importeuren, wie v.a. Stahl-Schmelzereien in China und Japan. 

 

 

Es wird erwartet, dass die chinesische „Seaborne“-Nachfrage weiterhin während den kommenden Jahren stark bleibt bzw. soll die Nachfrage um 8% p.A. in 2009-2015 wachsen. Die „Seaborne“-Eisenerz-Nachfrage von Süd-Korea soll in gleicher Zeit um ca. 6% anwachsen. 

Zwischen 2001-2010 haben chinesische Unternehmen etwa US$12 Mrd. in Eisenerz-Projekte investiert und Abnahmeverträge („off-take agreements“) über US$82 Mrd. unterzeichnet. 

Gemäss Macquarie Research stiegen die Kapitalkosten der Eisenerz-Förderung während den letzten Jahren stark an: die durchschnittlichen Kosten, die nötig sind, um eine Lagerstätte gen Mine zu entwickeln, haben sich während den letzten 5 Jahren mehr als verdoppelt. Dieser Trend hat auch grosse Minen-Betriebe, wie Rio Tinto und BHP, erreicht, die signifikante Mengen an neuem Kapital benötigen, um die bestehenden Produktionskapazitäten überhaupt aufrecht halten zu können.

 

 

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fRRIEDER
23.01.2017 09:53:38
DANKE NACH GENAUEREM LESEN HAB ICH ES DOCH VERSTANDEN: DANKE FÜR DIESE SEITE; SIE HAT MIR BEI MEINEM REFERAT WIRKLICH WEITERGEHOLFEN:
fRRIEDER
23.01.2017 09:52:21
ICH VERSTEHE DAS NICHT: DAS MACHT VON MEINER SEITE AUS KEINEN SINN; KANN ES NOCHEINMAL EINE GEMNAUERE ERÖRTERUNG DAZU GEBEN ODER WAR DAS ALLES?
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